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Artikel: ASP-Spürhunde - Wie speziell ausgebildete Hunde bei der Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest helfen

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ASP-Spürhunde - Wie speziell ausgebildete Hunde bei der Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest helfen

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) stellt eine der größten Herausforderungen für Wild- und Hausschweinbestände in Europa dar. Ein entscheidender Baustein bei der Eindämmung der Seuche ist das rasche Auffinden verendeter Wildschweine. Genau hier kommen speziell ausgebildete ASP-Spürhunde zum Einsatz.

Mit ihrem außergewöhnlichen Geruchssinn sind sie in der Lage, Kadaver auch in dicht bewachsenen, schwer zugänglichen oder unübersichtlichen Gebieten zuverlässig zu lokalisieren. Dadurch unterstützen sie Behörden, Jägerschaft und Einsatzorganisationen dabei, Infektionsquellen frühzeitig zu erkennen und die weitere Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest einzudämmen.

In diesem Beitrag erfahren Sie, alles wissenswerte zum Thema ASP-Spürhunde und warum ihre Arbeit heute wichtiger ist denn je.

📌 Praxiserfahrung von Kynotec.                                                                             Die in diesem Artikel beschriebenen Ausbildungs- und Einsatzgrundlagen basieren auf wissenschaftlichen Erkenntnissen sowie langjähriger praktischer Erfahrung. Chris war als Polizeibeamter und Ausbilder am ersten Ausbildungslehrgang für ASP-Spürhunde in Niederösterreich beteiligt. Darüber hinaus unterstützt Kynotec den Niederösterreichischen Landesjagdverband (NÖLJV) mit fachlichem Know-how bei der Ausbildung und Weiterentwicklung von ASP-Spürhundeteams.

Inhaltsverzeichnis

  • Was ist die Afrikanische Schweinepest (ASP)?
  • Warum sind ASP-Spürhunde so wichtig?
  • Wie läuft ein ASP-Sucheinsatz ab?
    • Einsatzplanung und Vorbereitung
    • Systematische Flächensuche
    • Anzeige und Dokumentation
    • Reinigung und Dekontamination
  • Welche Hunde eignen sich als ASP-Spürhunde?
  • Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist die Afrikanische Schweinepest (ASP)?

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die Haus- und Wildschweine befällt. Für den Menschen sowie andere Tierarten besteht keine Gesundheitsgefahr. Dennoch hat die Krankheit erhebliche Auswirkungen auf die Landwirtschaft, die Wildtierpopulationen und die gesamte Schweinehaltung.

Das ASP-Virus ist äußerst widerstandsfähig und kann über längere Zeit in Kadavern, Blut oder kontaminierten Materialien überleben. Knochen werden bis hin zu einem Jahr als relevant betrachtet. Bereits ein einzelner infizierter Wildschweinkadaver kann eine bedeutende Infektionsquelle für weitere Tiere darstellen.

Aus diesem Grund ist das frühzeitige Auffinden und fachgerechte Bergen verendeter Wildschweine eine der wichtigsten Maßnahmen zur Eindämmung der Afrikanischen Schweinepest. Je schneller potenzielle Infektionsquellen entdeckt und entfernt werden, desto geringer ist das Risiko einer weiteren Ausbreitung.

Genau an diesem Punkt leisten speziell ausgebildete ASP-Spürhunde einen wertvollen Beitrag. Mit ihrem außergewöhnlichen Geruchssinn können sie Kadaver auch in dicht bewachsenen, unwegsamen oder schwer zugänglichen Gebieten zuverlässig lokalisieren und unterstützen so Behörden, Jägerschaft und Einsatzkräfte bei der systematischen Suche.

Bringselverweiser nimmt nach einem Fund das Bringsel auf und apportiert es zum Hundeführer

Der ASP-Spürhund nimmt bei einem Fund das Bringsel auf und apportiert es bis zu seinem Hundeführer.


Warum sind ASP-Spürhunde so wichtig?

Die Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest erfordert ein schnelles und systematisches Handeln. Verendete Wildschweine stellen eine potenzielle Infektionsquelle dar und müssen deshalb möglichst rasch gefunden, dokumentiert und fachgerecht geborgen werden.

Die Suche nach Kadavern ist jedoch oft mit erheblichen Herausforderungen verbunden. Dichte Vegetation, unwegsames Gelände, große Waldflächen und Witterungseinflüsse erschweren die Arbeit der Einsatzkräfte erheblich. Selbst erfahrene Suchteams können Kadaver übersehen, insbesondere wenn diese bereits überwachsen oder teilweise verdeckt sind.

Genau hier zeigen speziell ausgebildete ASP-Spürhunde ihre Stärken. Dank ihres hochentwickelten Geruchssinns sind sie in der Lage, selbst schwer auffindbare Kadaver zuverlässig anzuzeigen. Dadurch können Suchgebiete effizienter abgesucht und potenzielle Infektionsquellen schneller lokalisiert werden.

ASP-Spürhunde ersetzen den Menschen dabei nicht – sie unterstützen ihn. Erst das Zusammenspiel von Hundeführer und Hund ermöglicht eine strukturierte und erfolgreiche Kadaversuche.

💡 Wissenswert

Warum breitet sich die Afrikanische Schweinepest so schnell aus?Wildschweine sind Allesfresser und zeigen unter bestimmten Bedingungen auch Aasfressverhalten. Sie können an verendeten Artgenossen fressen oder mit infektiösem Blut und Körperflüssigkeiten in Kontakt kommen. Dadurch besteht ein hohes Risiko, dass sich weitere Tiere infizieren. Aus diesem Grund ist das schnelle Auffinden und die fachgerechte Bergung infizierter Wildschweinkadaver eine zentrale Maßnahme zur Eindämmung der Afrikanischen Schweinepest.

Jagdhund als Verbeller bei der Anzeige eines Fundes durch Lautgabe im Gelände

Der Verbeller zeigt seinem Hundeführer einen Fund durch anhaltende Lautgabe an.


Wie läuft ein ASP-Sucheinsatz ab?

Ein erfolgreicher ASP-Sucheinsatz beginnt lange bevor der Hund die eigentliche Suche aufnimmt. Jeder Einsatz folgt einem strukturierten Ablauf, um eine möglichst vollständige und nachvollziehbare Absuche des zugewiesenen Gebietes sicherzustellen.

Einsatzplanung und Vorbereitung

Die zuständige Koordinierungsstelle übermittelt den Suchteams die vorgesehenen Suchgebiete mittels GPS-Daten. Diese werden in die GPS-Geräte der Teams eingespielt, sodass sich Hundeführer bereits vor der Anfahrt einen Überblick über das Einsatzgebiet verschaffen können.

Nach dem Eintreffen erfolgt zunächst eine Lageerkundung. Dabei werden die Geländebeschaffenheit, die Vegetation, mögliche Hindernisse sowie die aktuellen Windverhältnisse beurteilt. Auf Basis dieser Faktoren wird die Suchstrategie festgelegt.

Systematische Flächensuche

Anschließend beginnt die systematische Suche mit dem ASP-Spürhund. Das Suchgebiet wird in sogenannten Schlägen abgesucht, um eine möglichst vollständige Flächenabdeckung zu gewährleisten. Dabei spielt insbesondere die Windrichtung eine entscheidende Rolle, da sie maßgeblich beeinflusst, wie Gerüche vom Hund aufgenommen werden können.

Zur Unterstützung tragen die Hunde GPS-Tracker. Dadurch können die tatsächlich abgesuchten Suchwege dokumentiert und später nachvollzogen werden.

Zusätzlich sind die Hunde mit gut sichtbaren Signalwesten ausgestattet. Diese erleichtern dem Hundeführer die Orientierung im dichten Unterholz und erhöhen gleichzeitig die Sicherheit während des Einsatzes.

Eine am Hund befestigte Signalglocke erfüllt gleich mehrere Aufgaben. Sie ermöglicht es dem Hundeführer, den Hund auch außerhalb des Sichtbereichs akustisch zu orten. Gleichzeitig werden Wildtiere frühzeitig auf den Hund aufmerksam, wodurch verhindert werden soll, dass der Hund Wild nachstellt oder ungewollt in eine Verfolgung gerät.

Anzeige und Dokumentation

Hat der Hund einen Kadaver oder Kadaverteile lokalisiert, zeigt er den Fund entsprechend seiner Ausbildung an. Je nach Trainingskonzept kommen unterschiedliche Anzeigeformen zum Einsatz. Bewährt haben sich beispielsweise:

  • Bringselverweisen
  • Totverbellen
  • Passive Anzeige

Nach der Anzeige begibt sich der Hundeführer zum Fundort. Anschließend wird die Fundstelle sorgfältig dokumentiert. Dazu gehören insbesondere:

  • fotografische Dokumentation,
  • GPS-Verortung sowie
  • eine deutlich sichtbare Markierung im Gelände.

Diese Markierung dient den nachfolgenden Bergungsteams als Orientierung, damit die Kadaver fachgerecht entfernt werden können.

Reinigung und Dekontamination

Nach Abschluss der Suche endet der Einsatz nicht unmittelbar. Bevor das Suchgebiet verlassen wird, erfolgt die Reinigung und Dekontamination der eingesetzten Ausrüstung, der Kleidung sowie des Hundes.

Hierfür bestehen standardisierte Abläufe und Protokolle, die konsequent eingehalten werden müssen. Ziel ist es, eine mögliche Verschleppung des ASP-Virus aus dem Einsatzgebiet zu verhindern und höchste Biosicherheitsstandards einzuhalten.

ASP-Spürhund wird nach dem Sucheinsatz im Gelände durch den Hundeführer dekontaminiert

Der Hund wird nach jedem Einsatz, bzw. vor dem Verlassen des Suchgebietes so wie auch die Ausrüstung gereinigt um eine Verschleppung der Viren zu verhindern.


Welche Hunde eignen sich als ASP-Spürhunde?

Grundsätzlich eignet sich nahezu jeder Hund für die Ausbildung zum ASP-Spürhund, sofern er über eine ausreichende Motivation für eine Belohnung verfügt. Als Verstärker kommen je nach Hund Futter oder Beuteobjekte zum Einsatz. Entscheidend ist nicht in erster Linie die Rasse, sondern die individuellen Eigenschaften des Hundes.

Bei der Auswahl eines geeigneten Hundes sollte jedoch auch das spätere Einsatzgebiet berücksichtigt werden. In weitläufigem Gelände können hochläufige Hunde Vorteile haben, da sie größere Flächen effizient bewältigen und sich leichter durch höheres Gras oder unebenes Gelände bewegen. In dicht bewachsenen Bereichen mit Brombeeren, Jungwuchs oder Gestrüpp können dagegen kleinere und wendigere Hunde ihre Stärken ausspielen.

Eine unverzichtbare Voraussetzung ist ein sicherer Gehorsam am Wild. Während der Kadaversuche lässt sich der Kontakt zu lebendem Wild nicht ausschließen. Der Hund muss daher jederzeit kontrollierbar bleiben und darf sich nicht von Wild ablenken lassen.

Da ASP-Spürhunde überwiegend in Wald- und Wiesengebieten eingesetzt werden, stehen andere Eigenschaften wie Motivation, Selbstständigkeit und Wildgehorsam stärker im Vordergrund als eine außergewöhnliche Umweltfestigkeit. Wesentlich wichtiger ist eine ausgeprägte Selbstständigkeit. Der Hund muss Suchflächen eigenständig und effizient absuchen können, ohne ständig durch den Hundeführer gelenkt zu werden.

Bewährt haben sich insbesondere verschiedene Jagdhunderassen wie der Deutsch Kurzhaar oder Deutsch Drahthaar. Aber auch Schäferhunde und zahlreiche andere Rassen werden erfolgreich als ASP-Spürhunde eingesetzt. Selbst Mischlinge können bei entsprechender Veranlagung hervorragende Leistungen erbringen.

📌 Praxiserfahrung von Kynotec.                                                                                

Aus unserer Sicht ist häufig nicht der Hund, sondern der Hundeführer der entscheidende Erfolgsfaktor. ASP-Einsätze bedeuten oft, über mehrere Stunden täglich große Waldflächen und zahlreiche Hektar Gelände systematisch abzusuchen. Neben einem gut ausgebildeten Hund sind daher auch körperliche Fitness, Orientierungssinn, Ausdauer und eine strukturierte Arbeitsweise des Hundeführers entscheidend für den Einsatzerfolg.

💡 Wissenswert

Die wichtigsten Eigenschaften eines ASP-Spürhundes

Eigenschaft Warum wichtig?
Motivation Grundlage für eine ausdauernde und zuverlässige Sucharbeit.
Selbstständigkeit Ermöglicht eine effiziente Flächensuche.
Gehorsam am Wild Verhindert das Nachstellen von Wild.
Ausdauer Erforderlich für große Suchgebiete.
Führigkeit Sichert die Zusammenarbeit mit dem Hundeführer.


Bringselverweiser auf dem Rückweg zum Hundeführer mit aufgenommenem Bringsel nach erfolgreichem Fund

Der Bringselverweiser am Rückweg zu seinem Hundeführer.


Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ist die Afrikanische Schweinepest für Menschen gefährlich?

Nein. Die Afrikanische Schweinepest befällt ausschließlich Haus- und Wildschweine. Für Menschen sowie andere Tierarten besteht keine Gesundheitsgefahr.


Warum werden ASP-Spürhunde eingesetzt?

ASP-Spürhunde unterstützen Behörden und Jägerschaft beim schnellen Auffinden verendeter Wildschweine. Dadurch können potenzielle Infektionsquellen frühzeitig beseitigt und die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest eingedämmt werden.


Können alle Hunde zu ASP-Spürhunden ausgebildet werden?

Grundsätzlich ja. Entscheidend sind Motivation, Selbstständigkeit, Wildgehorsam und die Zusammenarbeit mit dem Hundeführer. Die Rasse spielt eine untergeordnete Rolle.


Wie lange dauert die Ausbildung eines ASP-Spürhundes?

Die Ausbildungsdauer hängt vom Alter, der Veranlagung und dem Trainingsaufwand des Hundes ab. Ein belastbarer und einsatzfähiger ASP-Spürhund entsteht durch konsequentes Training über mehrere Monate.


Wie zeigt ein ASP-Spürhund einen Fund an?

Je nach Ausbildung kann der Hund einen Fund durch Bringselverweisen, Totverbellen oder eine passive Anzeige anzeigen. Welche Methode verwendet wird, hängt vom jeweiligen Ausbildungskonzept ab.


Wie groß kann ein Suchgebiet sein?

Die Größe eines Suchgebietes richtet sich nach Gelände, Vegetation, Wetterbedingungen und Einsatzauftrag. Professionelle Teams durchsuchen häufig mehrere Hektar pro Einsatztag.


Welche Ausrüstung benötigt ein ASP-Spürhund?

Zur Standardausrüstung gehören in der Regel eine passende Signalweste, ein GPS-Tracker sowie – je nach Einsatzkonzept – eine Signalglocke. Darüber hinaus werden GPS-Gerät, Dokumentationsmaterial und Wasser für Hund und Hundeführer mitgeführt.


Wie wichtig ist die Windrichtung bei der Kadaversuche?

Die Windrichtung ist einer der wichtigsten Faktoren für eine erfolgreiche Suche. Sie beeinflusst die Ausbreitung der Geruchspartikel und wird bereits bei der Einsatzplanung berücksichtigt.


Wer darf ASP-Spürhunde einsetzen?

Der Einsatz erfolgt in der Regel im Auftrag oder in Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden, Koordinierungsstellen oder Jagdorganisationen. Je nach Land oder Region gelten unterschiedliche organisatorische Vorgaben.


Wie verhindert man eine Verschleppung des ASP-Virus?

Nach jedem Einsatz werden Hund, Hundeführer, Kleidung und Ausrüstung nach festgelegten Dekontaminationsprotokollen gereinigt. Diese Maßnahmen dienen dazu, eine mögliche Verschleppung des Virus aus dem Suchgebiet zu verhindern.


Möchten Sie mehr über die Ausbildung und den Einsatz von ASP-Spürhunden erfahren?

Kynotec bietet praxisnahe Ausbildungen, Fachseminare und individuelle Beratung rund um die Ausbildung professioneller Spürhunde. Entdecken Sie außerdem unsere speziell ausgewählte Ausrüstung für ASP-Spürhunde oder vertiefen Sie Ihr Wissen in unseren Online-Kursen auf Ablefy.

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(Fotos in diesem Beitrag von @tina.datz)

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