
Chasing Game beim Hund – Beutemotivation, Spiel und Verstärker systematisch aufbauen
Warum kontrolliertes Hetzen mehr sein kann als „nur mit dem Hund spielen“
Beuteobjekte spielen in der Ausbildung vieler Arbeits-, Dienst- und Spürhunde eine zentrale Rolle.
Ball, KONG, Hetzleder oder ein anderes Spielobjekt können zu ausgesprochen wirkungsvollen Verstärkern werden. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der Hund das Objekt nicht einfach nur interessant findet, sondern aktiv danach strebt, mit dem Hundeführer darum zu arbeiten.
Genau hier setzt unser Chasing Game an.
Bei Kynotec nutzen wir grundsätzlich zwei zentrale Wege, um Beutemotivation aufzubauen und weiterzuentwickeln:
Chasing Game – der Hund verfolgt ein bewegtes Beuteobjekt beim Hundeführer.
Hunting Game – der Hund sucht selbstständig nach einem versteckten Beuteobjekt.
Beide Spiele nutzen unterschiedliche Elemente des natürlichen Verhaltensrepertoires des Hundes. Sie verfolgen aber ein gemeinsames Ziel:
Beute soll zu einem kontrollierbaren, hochwertigen und gemeinsam mit dem Hundeführer nutzbaren Verstärker werden.
In diesem Beitrag geht es ausschließlich um das Chasing Game. Das Hunting Game beziehungsweise die Spielobjektsuche behandeln wir separat.
Das Wichtigste auf einen Blick
Beim Chasing Game lernt der Hund:
- ein bewegtes Beuteobjekt gezielt zu verfolgen,
- seine Bewegung auf das Objekt auszurichten,
- den richtigen Teil des Objektes zu greifen,
- einen möglichst festen Griff zu entwickeln,
- nach Richtungsänderungen erneut zu beschleunigen,
- auch bei zunehmender Schwierigkeit am Objekt zu bleiben,
- Beute am Hundeführer als hochwertigen Verstärker wahrzunehmen,
- und trotz hoher Erregung ansprechbar und klar in seinem Verhalten zu bleiben.
Das Spiel wird dabei nicht maximal hektisch, sondern systematisch aufgebaut.
Wir beginnen:
gerade Bewegung → Fassen → Halten → Richtungswechsel → mehrere Richtungswechsel → komplexeres Beutespiel
Die Schwierigkeit steigt erst, wenn der Hund die vorherige Stufe verstanden hat.

Beim Chasing Game wird ein bewegtes Beuteobjekt gezielt vom Hund weggeführt. Der Hund soll verfolgen, beschleunigen, das Objekt lokalisieren und den vorgesehenen Bereich sicher greifen.
Was hat das Chasing Game mit Jagdverhalten zu tun?
Bewegte Objekte können beim Hund Verhaltensweisen aktivieren, die sich aus seinem Beute- beziehungsweise Jagdverhaltensrepertoire ableiten lassen.
Ein häufig verwendetes klassisches Modell beschreibt eine Sequenz wie:
Orientieren → Fokussieren → Beschleichen → Verfolgen → Fassen → Töten → Zerlegen → Fressen
Solche Modelle sind didaktisch sehr hilfreich. Neuere Forschung zeigt allerdings, dass die tatsächliche Struktur flexibler ist, als eine starre lineare Kette vermuten lässt.
Eine 2024 veröffentlichte Untersuchung des Beuteverhaltens von Hunden analysierte 60 Videos verschiedener Hunde und fasste das beobachtete Verhalten in vier übergeordnete funktionale Phasen:
Search → Approach → Chase → Bite
also:
Suchen → Annähern → Verfolgen → Beißen/Fassen.
Innerhalb dieser Phasen zeigten sich Unterschiede zwischen verschiedenen funktionalen Hundegruppen.
Das passt zu dem, was in der Hundezucht seit Jahrhunderten geschieht:
Menschen haben bestimmte Elemente dieses Verhaltensrepertoires verstärkt, verändert oder gehemmt. Verschiedene Rassen beziehungsweise funktionale Gruppen wurden über Generationen auf unterschiedliche Aufgaben wie Hüten, Jagen, Vorstehen oder Apportieren selektiert.
Das Chasing Game nutzt für uns vor allem:
Orientieren → Fokussieren → Verfolgen → Fassen
Wir brauchen dafür nicht die gesamte Jagdsequenz.
Wir nutzen gezielt jene Elemente, die für unsere spätere Ausbildung wertvoll sind.
Chasing Game ist kein unkontrolliertes Hochdrehen
Das ist uns besonders wichtig.
Beutemotivation bedeutet für uns nicht:
Den Hund möglichst hektisch machen.
Ein Hund kann ausgesprochen hoch motiviert sein und trotzdem lernen:
- zuzuhören,
- gezielt zu fokussieren,
- Bewegungen zu kontrollieren,
- korrekt zu greifen,
- festzuhalten,
- auf Freigaben zu reagieren,
- und das Spiel sauber wieder aufzunehmen.
Genau darin liegt für uns ein wesentlicher Mehrwert des Objektspiels:
Hohe Motivation bei gleichzeitig möglichst hoher Klarheit.
Ein Hund, der nur dann kontrollierbar ist, wenn sein Erregungsniveau niedrig bleibt, hat für viele Bereiche professioneller Hundearbeit noch wenig gelernt.
Wir möchten deshalb nicht jede Erregung vermeiden.
Wir möchten dem Hund vielmehr beibringen, auch unter hoher Motivation klare Entscheidungen zu treffen.
📌 Praxiserfahrung von Kynotec
Ein hochwertiger Verstärker ist nicht nur ein Gegenstand.
Für professionelle Ausbildung ist entscheidend:
Wie sehr möchte der Hund diesen Verstärker tatsächlich haben – und können wir ihn kontrolliert einsetzen?
Ein Ball, den der Hund kaum interessant findet, ist für diesen Hund kein besonders wirkungsvoller Verstärker.
Ein Beuteobjekt, für dessen Zugang der Hund bereit ist, sich intensiv anzustrengen, kann dagegen einen hohen Trainingswert entwickeln.
Ob ein Spielobjekt tatsächlich als Verstärker wirkt, zeigt sich letztlich daran, ob Verhalten, das Zugang zu diesem Spiel ermöglicht, häufiger beziehungsweise stabiler wird. Untersuchungen zeigen zudem deutliche individuelle Unterschiede darin, wie effektiv Futter- und Freizeit-/Spielreize als Verstärker für Hunde wirken.
Unser Ziel: Beute beim Hundeführer wird relevant
Das Chasing Game besitzt für uns deshalb noch eine weitere wichtige Funktion.
Das Beuteobjekt befindet sich beim Menschen.
Der Hundeführer kontrolliert:
- wann das Spiel beginnt,
- wie sich die Beute bewegt,
- wann der Hund sie erreichen kann,
- wann sie wieder aktiv wird,
- und wann die nächste Sequenz beginnt.
Damit entsteht nicht nur Motivation für ein Objekt.
Wir bauen gleichzeitig die Bedeutung der Interaktion mit dem Hundeführer auf.
In unserer Trainingsnotation möchten wir damit einen sehr hochwertigen Sᴿ+ beziehungsweise positiven Verstärker im Umfeld des Hundeführers etablieren.
Das kann später beispielsweise bedeuten:
Spürhund zeigt korrektes TFR → Marker → Zugang zum Chasing Game
Das eigentliche Arbeitsverhalten wird damit zum Weg in ein hoch relevantes gemeinsames Beutespiel.
Gerade bei Detection Dogs ist Ball- beziehungsweise Spielzeugbelohnung etabliert. In einer aktuellen Untersuchung zum Markertraining bei angehenden Detection Dogs folgte nach korrektem Verhalten ein Ball als Verstärker; die Markergruppe erhielt zusätzlich unmittelbar zuvor einen Clicker als Signal für die Belohnung.

Beutespiel kann später als hochwertiger Verstärker für Arbeitsverhalten genutzt werden. Dafür muss der Hund jedoch zuerst lernen, dass Beute beim Hundeführer tatsächlich relevant und lohnend ist.
Schritt 1: Wir beginnen in einer geraden Linie
Am Anfang halten wir das Chasing Game bewusst einfach.
Der Hund wird kontrolliert:
- an einer breiten Halsung,
- an einer Leine,
- oder je nach Hund und Trainingssituation an einem geeigneten Geschirr
gehalten.
Das Beuteobjekt befindet sich vor ihm.
Geeignet sind beispielsweise:
- Ball an einer Schnur,
- geeignetes Hetzleder,
- Beuteobjekt an einer Reizangel,
- andere für den Hund sichere Beuteobjekte.
Nun bewegen wir die Beute in einer geraden Linie vom Hund weg.
Warum weg?
Weil wir in dieser Trainingsphase vor allem jene Elemente fördern möchten, die auch innerhalb der Beutesequenz im Bereich Chase → Bite liegen: Der Hund soll das sich entziehende Objekt verfolgen, aufschließen und fassen.
Wir wollen zunächst keine komplizierten Bewegungen.
Der Hund soll lediglich verstehen:
Fokussieren → verfolgen → beschleunigen → greifen
Beginnt er deutlich in Richtung des Objektes zu arbeiten und sich anzustrengen, erhält er die Möglichkeit, die Beute tatsächlich zu erreichen.
Anstrengung soll zum Erfolg führen
Ein zentraler Gedanke des Chasing Games lautet:
Bemühung bringt den Hund näher an seinen Verstärker.
Wir wollen nicht permanent verhindern, dass der Hund Erfolg hat.
Das würde Motivation irgendwann eher reduzieren.
Stattdessen bauen wir einen kontrollierten Wechsel auf:
Beute entzieht sich → Hund erhöht sein Verhalten → Hund bekommt Erfolg.
Beschleunigt der Hund, zieht stärker zum Objekt oder zeigt deutlich mehr Engagement, darf er die Beute greifen.
Damit lernt er:
Mehr Einsatz lohnt sich.
Die Schwierigkeit muss deshalb immer so gewählt werden, dass das Spiel für den Hund lösbar bleibt.
📌 Praxiserfahrung von Kynotec: Der „BSE-verseuchte Hase“
Ein Fehler, den wir im praktischen Training sehr häufig beobachten, entsteht aus einer grundsätzlich gut gemeinten Absicht:
Der Hundeführer möchte unbedingt, dass sein Hund endlich in das Beuteobjekt greift.
Der Hund zeigt zunächst wenig Interesse oder zögert beim Fassen. Daraufhin beginnt der Mensch, den Ball, das Hetzleder oder ein anderes Beuteobjekt immer intensiver in Richtung des Hundes zu bewegen.
Das Beuteobjekt hüpft vor dem Fang auf und ab, wird gegen die Lefzen bewegt oder dem Hund regelrecht in den Fang angeboten.
Für dieses Bild verwenden wir bei Kynotec überspitzt den Begriff:
„der BSE-verseuchte Hase“
Die vermeintliche Beute verhält sich dabei nämlich genau entgegen dem Prinzip, das wir beim Chasing Game eigentlich nutzen möchten.
Sie flüchtet nicht.
Sie springt dem Hund mit hektischen, schwer vorhersehbaren Bewegungen mehr oder weniger selbst entgegen.
Für manche Hunde wirkt das keineswegs motivierend.
Im Gegenteil.
Der Hund kann beginnen:
- den Kopf wegzudrehen,
- zurückzuweichen,
- den Fang geschlossen zu halten,
- dem Objekt auszuweichen,
- die Interaktion abzubrechen,
- oder das Beuteobjekt zunehmend zu meiden.
Der Hundeführer interpretiert das möglicherweise als:
„Mein Hund hat zu wenig Beutemotivation.“
Und versucht daraufhin noch intensiver, das Objekt in Richtung des Hundes zu bewegen.
Damit kann sich das Problem weiter verstärken.
Die Beute soll nicht zum Hund wollen – der Hund soll zur Beute wollen
Für unser Chasing Game drehen wir die Situation deshalb bewusst um.
Die Beute entzieht sich dem Hund.
Das Beuteobjekt bewegt sich weg.
Der Hund bekommt die Möglichkeit:
zu orientieren → zu fokussieren → zu verfolgen → aufzuschließen → zu fassen.
Damit entsteht ein fundamentaler Unterschied.
Nicht der Hundeführer entscheidet:
„Du musst dieses Ding jetzt nehmen.“
Sondern der Hund entwickelt die Entscheidung:
„Ich will dieses Ding bekommen.“
Genau diese freiwillige Motivation möchten wir.
Wenn der Hund beginnt:
- dem Objekt mit den Augen zu folgen,
- sein Gewicht nach vorne zu verlagern,
- in Richtung der Beute zu ziehen,
- die Bewegung aufzunehmen,
- oder zu beschleunigen,
können wir bereits mit diesem Verhalten arbeiten.
Das Beuteobjekt darf sich weiter entziehen – aber nur so weit, dass der Hund eine realistische Chance auf Erfolg behält.
Steigt die Bemühung, ermöglichen wir den Fang.
Beute aufzuzwingen kann genau das Gegenteil bewirken
Zeigt ein junger oder im Beutespiel unerfahrener Hund deutliche Zurückhaltung, sollten wir sehr genau beobachten, welche Wirkung unsere eigene Bewegung auf ihn hat.
Sehen wir:
- Zurückweichen,
- Kopfabwenden,
- Verlangsamung,
- gehemmtes Greifen,
- Verlassen des Objektes,
- oder deutliche Unsicherheit,
besteht die Lösung häufig nicht darin, noch hektischer zu werden.
Wir können stattdessen:
- mehr Distanz schaffen,
- Bewegung vereinfachen,
- das Objekt klar vom Hund wegführen,
- kurze Fluchtbewegungen anbieten,
- bereits kleine Verfolgungsansätze erfolgreich werden lassen.
Wir möchten, dass der Hund die Beute aktiv haben will.
Nicht, dass er sie irgendwann nimmt, weil wir sie ihm lange genug vor den Fang gehalten haben.
💡 Unser Merksatz
Beute flüchtet. Beute drängt sich nicht auf.
Natürlich unterscheiden sich Hunde erheblich.
Ein hoch beuteorientierter Hund kann nahezu alles greifen, was sich vor ihm bewegt.
Ein anderer Hund benötigt:
- mehr Distanz,
- weniger Druck,
- kleinere Bewegungen,
- oder deutlich mehr Zeit.
Gerade deshalb ist es so wichtig, das Verhalten des Hundes zu beobachten und die Intensität nicht einfach immer weiter zu erhöhen.
Schritt 2: Targeting – der Hund soll das richtige Objekt greifen
Ein Punkt, der gerne unterschätzt wird, ist das Targeting.
Es reicht uns nicht, wenn der Hund irgendwie nach der bewegten Konstruktion schnappt.
Verwenden wir beispielsweise einen Ball an einer Schnur, wollen wir:
Ball greifen – nicht Schnur.
Arbeiten wir mit einer Reizangel:
Beuteobjekt greifen – nicht Verbindungsschnur oder Stange.
Das klingt selbstverständlich.
Ist es aber nicht.
Der Hund greift zunächst das, was er erreicht und was aufgrund seiner Bewegung attraktiv erscheint.
Deshalb müssen wir Bewegung und Präsentation so gestalten, dass der gewünschte Zielbereich des Objektes für den Hund klar wird.
Ein sauberes Targeting ist später aus mehreren Gründen interessant:
- gezielteres Spiel,
- weniger hektisches Schnappen,
- besser kontrollierbarer Griff,
- geringeres Risiko für Beschädigungen,
- klarere Trainingskriterien.

Targeting bedeutet, dass der Hund lernt, den vorgesehenen Bereich des Beuteobjektes zu greifen. Beim Ball an der Schnur soll beispielsweise der Ball und nicht die Schnur gefasst werden.
Schritt 3: Der Griff soll fest werden
Hat der Hund das Objekt gefasst, ist das Spiel nicht vorbei.
Nun beginnt der nächste Abschnitt.
Wir erzeugen leichte Bewegungen beziehungsweise kleine Impulse am Objekt.
Nicht mit dem Ziel, dem Hund die Beute sofort wieder wegzureißen.
Sondern um ihm zu vermitteln:
Festhalten lohnt sich.
Ein stabiler Griff hält das Spiel am Leben.
Lockert der Hund dagegen deutlich seinen Griff, kann das Beuteobjekt wieder „entkommen“.
Wir nehmen die Beute aus dem Fang beziehungsweise nutzen die Gelegenheit, wenn der Hund sie freigibt – und das Chasing Game startet erneut.
Damit wird auch das Festhalten selbst funktional relevant.
Hund greift fest:
→ Beute bleibt verfügbar
→ Interaktion läuft weiter
Hund verliert den Griff:
→ Beute entzieht sich
→ neue Verfolgungssequenz beginnt
Unser Ziel ist nicht, mit maximaler Kraft am Hund zu ziehen.
Wir möchten einen vollen, ruhigen und stabilen Griff fördern.
Schritt 4: Die erste Richtungsänderung
Kann der Hund ein Objekt in gerader Linie zuverlässig verfolgen und fassen, beginnen wir mit der nächsten Schwierigkeit.
Das Objekt bewegt sich zunächst wieder gerade vom Hund weg.
Der Hund beschleunigt.
Kurz bevor er die Beute erreicht, verändert diese ihre Richtung.
Zum Beispiel:
Bewegung nach rechts → abrupter Wechsel nach links.
Entscheidend ist, was nun passiert.
Der Hund soll:
- die Richtungsänderung wahrnehmen,
- selbst die Bewegungsrichtung verändern,
- erneut beschleunigen,
- weiter am Objekt bleiben.
Sobald wir sehen:
Der Hund hat den Wechsel verarbeitet und bemüht sich deutlich, wieder aufzuschließen
lassen wir ihn Erfolg haben.
Er darf greifen.
Warum wir die Schwierigkeit nicht endlos erhöhen
Beim Chasing Game möchten wir den Hund fordern.
Aber nicht dauerhaft verlieren lassen.
Ein Hundeführer, der besonders geschickt mit einem Beuteobjekt umgehen kann, könnte theoretisch verhindern, dass der Hund es jemals bekommt.
Das wäre aber nicht das Ziel.
Der Hund soll lernen:
Beharrlichkeit und mehr Einsatz führen zum Erfolg.
Nicht:
Egal was ich tue – ich habe sowieso keine Chance.
Deshalb wird Erfolg gezielt eingebaut.
Die Beute soll schwierig genug sein, dass der Hund sich anstrengt.
Aber erreichbar genug, dass das Verhalten weiter verstärkt wird.
Schritt 5: Multiple Richtungsänderungen
Funktioniert die erste Richtungsänderung sicher, können mehrere Wechsel folgen.
Beispielsweise:
gerade → links → rechts → gerade → Fassen
Der Hund muss zunehmend:
- visuell orientieren,
- Geschwindigkeit anpassen,
- bremsen,
- neu beschleunigen,
- Richtung wechseln,
- das Objekt verfolgen.
Damit wird die Aufgabe körperlich und kognitiv anspruchsvoller.
Nun beginnt der eigentliche Charakter eines guten Chasing Games sichtbar zu werden.
Der Hund reagiert nicht nur auf ein Objekt.
Er liest die Bewegung, trifft Entscheidungen und versucht, die Beute einzuholen.

Das Chasing Game wird schrittweise aufgebaut. Erst wenn der Hund eine Stufe sicher verstanden hat, steigt die Komplexität der Beutebewegung.
Die Beute bleibt am Boden
Eine unserer wichtigsten Regeln:
Das Beuteobjekt bleibt grundsätzlich bodennah.
Maximal führen wir es ungefähr auf Nasenhöhe des Hundes.
Wir möchten keine hektischen Bewegungen über den Kopf des Hundes erzeugen.
Warum?
Zum einen verändert sich dadurch das gewünschte Verfolgungsmuster.
Statt nach vorne zu beschleunigen, muss der Hund plötzlich:
- hochspringen,
- abbremsen,
- sich aufrichten,
- drehen,
- möglicherweise ungünstig landen.
Zum anderen steigt bei schnellen Richtungswechseln ohnehin die körperliche Belastung.
Sportmedizinische Literatur zu Arbeitshunden hebt die Bedeutung von körperlicher Vorbereitung, Leistungsfähigkeit und Verletzungsprävention hervor.
Wir wollen deshalb Geschwindigkeit erzeugen.
Aber kontrollierte Geschwindigkeit.
Chasing Game ist auch körperliches Training
Richtig durchgeführt beansprucht das Chasing Game den Hund durchaus körperlich.
Der Hund muss:
- beschleunigen,
- verzögern,
- Richtung wechseln,
- Körperspannung aufbauen,
- greifen,
- Beute halten.
Dadurch kann das Chasing Game eine konditionell und koordinativ fordernde Ergänzung im Training eines gesunden Hundes sein.
Wir würden es trotzdem nicht als vollständiges Fitnessprogramm betrachten.
Ein professionelles Fitnessprogramm für Arbeitshunde sollte zusätzlich unter anderem Kraft, Stabilität, Mobilität und Propriozeption berücksichtigen. Das „Fit to Work“-Programm des Penn Vet Working Dog Center baut beispielsweise genau auf diesen grundlegenden Fitnessdimensionen auf.
Besonders bei intensivem Chasing Game ist ein angemessenes Warm-up sinnvoll. Auch strukturierte Working-Dog-Fitnessprogramme integrieren Aufwärm- und Cool-down-Routinen in die körperliche Vorbereitung.
💡 Wissenswert
Chasing Game kann körperlich anspruchsvoll sein.
Deshalb gilt:
mehr Geschwindigkeit ≠ automatisch besseres Training.
Wir achten unter anderem auf:
- rutschfesten Untergrund,
- ausreichend Platz,
- körperlichen Zustand des Hundes,
- angemessene Dauer,
- Warm-up,
- saubere Bewegungsführung,
- und Pausen.
Bei bestehenden orthopädischen Problemen gehört intensives Sprint- und Richtungswechseltraining entsprechend fachlich abgeklärt.
Chasing Game und Hunting Game – zwei Wege zur Beute
Beide Spiele dienen dem Aufbau hochwertiger Beutemotivation.
Sie betonen aber unterschiedliche Verhaltensbereiche.
Chasing Game
Der Hund arbeitet unmittelbar mit dem Hundeführer.
Im Vordergrund stehen:
Fokussieren → Verfolgen → Beschleunigen → Greifen → Halten
Hunting Game
Der Hund löst sich stärker vom Hundeführer.
Er muss ein verborgenes Objekt selbstständig suchen und finden.
Im Vordergrund stehen damit stärker:
Suchen → Lokalisieren → Finden
Gerade für einen zukünftigen Spürhund ist diese Kombination interessant.
Das Chasing Game schafft hohe Relevanz für die Beute beim Hundeführer.
Das Hunting Game entwickelt die Bereitschaft, sich vom Menschen zu lösen und selbstständig nach etwas Wertvollem zu suchen.
Diese beiden Fähigkeiten widersprechen sich nicht.
Im Gegenteil.
Wir möchten einen Hund, der selbstständig arbeiten kann – und dessen Verstärker beim Hundeführer gleichzeitig enormen Wert besitzt.
Mit welchem Spiel beginnen wir?
Hier spielen individuelle Unterschiede eine große Rolle.
Es gibt keine wissenschaftliche Regel:
Spitzohren müssen Chasing Game machen und Hängeohren Hunting Game.
So einfach funktioniert Verhalten nicht.
Rassen unterscheiden sich jedoch in verschiedenen genetisch mitbeeinflussten und durch Selektion geprägten Verhaltensdispositionen. Viele Rassen wurden gezielt für Tätigkeiten wie Hüten, Jagen, Vorstehen oder Apportieren entwickelt.
Bei Kynotec hat sich daraus eine praktische Heuristik entwickelt.
Bei vielen klassischen Gebrauchshunden mit hoher Bereitschaft zum Verfolgen bewegter Objekte – beispielsweise verschiedenen Schäferhundtypen – beginnen wir gerne mit dem Chasing Game.
Bei klassischen Jagdhunderassen mit ausgeprägter Such- und Bringbereitschaft beginnen wir häufig direkt beziehungsweise früher mit dem Hunting Game.
Das ist aber keine starre Rasseregel.
Der individuelle Hund entscheidet.
📌 Praxiserfahrung von Kynotec: „Spitzohren und Hängeohren“
Intern formulieren wir das manchmal vereinfacht:
Bei den „Spitzohren“ beginnen wir häufig mit Chasing – bei den klassischen „Hängeohren“ häufiger mit Hunting.
Gemeint ist damit keine kynologische Klassifikation nach Ohrform.
Es ist eine pragmatische Kurzform für unterschiedliche Arbeits- und Motivationsprofile, die wir in der Ausbildung häufig beobachten.
Ein hoch beuteorientierter Malinois kann unmittelbar auf bewegte Beute reagieren.
Ein Retriever kann dagegen bereits eine enorme Bereitschaft zeigen, ein Objekt zu suchen, aufzunehmen und zu bringen.
Wir starten deshalb dort, wo der jeweilige Hund die beste Voraussetzung mitbringt, und entwickeln anschließend die andere Seite weiter.
Warum Spiel für uns mehr ist als Beschäftigung
Objektspiel erfüllt bei uns mehrere Funktionen.
1. Aufbau eines echten Verstärkers
Wir möchten Beute später gezielt als Verstärkung einsetzen können.
Dafür muss sie echten Wert besitzen.
2. Relevanz des Hundeführers
Das attraktive Spiel findet mit dem Hundeführer statt.
Damit wird die Interaktion selbst relevant.
3. Klarheit trotz hoher Motivation
Der Hund soll trotz hoher Erregung lernen:
- zuzuhören,
- gezielt zu greifen,
- Regeln einzuhalten,
- zu trennen,
- wieder zu starten.
4. Körperliche Beanspruchung
Sprints, Bremsen und kontrollierte Richtungsänderungen stellen eine körperliche Herausforderung dar.
5. Vorbereitung auf spätere Ausbildung
Ein stabil aufgebautes Beutespiel lässt sich später beispielsweise nutzen für:
- Spürhundetraining,
- Distanzarbeit,
- funktionellen Gehorsam,
- Rückruf,
- Anzeigeverhalten,
- andere Arbeitsaufgaben.
Beuteobjekt ≠ automatisch Verstärker
Dieser Satz passt unmittelbar zu unserem Artikel über R+, Sᴿ+ und Verstärkung.
Nur weil ein Hundeführer einen Ball besitzt, besitzt er noch keinen guten Verstärker.
Entscheidend ist:
Verändert der Zugang zu diesem Objekt tatsächlich das Verhalten des Hundes?
Forschung zeigt, dass Futter und Spiel-/Freizeitreize nicht bei jedem Hund dieselbe Verstärkerwirkung besitzen. In einer experimentellen Untersuchung war Futter bei den untersuchten Haushunden insgesamt häufiger der effektivere Verstärker als die getesteten Freizeitstimuli.
Genau deshalb bauen wir Beutemotivation systematisch auf.
Wir wollen nicht hoffen:
„Der Ball wird schon funktionieren.“
Wir möchten einen Hund entwickeln, der gelernt hat:
Dieses Spiel ist es wert, dafür zu arbeiten.
Was ist mit Dopamin und Endorphinen?
Rund um Beute- und Jagdverhalten findet man häufig Grafiken, die einzelne Abschnitte der Jagdsequenz sehr eindeutig bestimmten Neurotransmittern zuordnen – beispielsweise:
Verfolgung = Dopamin
und anschließend:
Fassen/Fressen = Endorphine.
Als vereinfachtes didaktisches Modell kann eine solche Darstellung helfen, über Motivation und unterschiedliche Phasen nachzudenken.
Wissenschaftlich sollten wir sie jedoch nicht als exakte neurochemische Kurve des spielenden Hundes darstellen.
Die aktuelle Forschung zur Jagdsequenz von Hunden beschreibt vor allem beobachtbare funktionale Verhaltensphasenwie Search, Approach, Chase und Bite und liefert keine Grundlage dafür, jedem Abschnitt eine einfache lineare Dopamin- beziehungsweise Endorphinkurve zuzuordnen.
Für unsere Trainingsplanung ist ohnehin die wichtigere Frage:
Was tut der Hund – und welche Konsequenz macht dieses Verhalten für ihn wertvoll?
Häufige Fehler beim Chasing Game
Die Beute kommt zum Hund
Interessante Beute bewegt sich für unser Trainingsziel überwiegend vom Hund weg.
Wenn wir das Objekt ständig direkt in den Fang schieben, reduzieren wir genau das Verhalten, das wir aufbauen möchten:
Verfolgen und sich bemühen.
Der „BSE-verseuchte Hase“
Der Hund zeigt wenig Interesse und der Hundeführer beginnt deshalb, das Beuteobjekt immer hektischer vor und in Richtung des Hundes zu bewegen.
Das Objekt springt dem Hund beinahe in den Fang.
Gerade bei unerfahrenen oder zurückhaltenden Hunden kann das zu Abwenden oder Meideverhalten führen.
Besser:
Distanz schaffen → Beute vom Hund weg → kleine Verfolgungsansätze entstehen lassen → Erfolg ermöglichen.
Der Hund bekommt die Beute nie
Das andere Extrem.
Der Hundeführer gewinnt jeden Durchgang.
Damit verliert das Spiel irgendwann seinen Sinn.
Der Hund muss Erfolg haben.
Zu frühe Richtungswechsel
Kann der Hund die gerade Verfolgung noch nicht sicher, haben fünf Richtungswechsel keinen Mehrwert.
Komplexität wird schrittweise erhöht.
Spielzeug über dem Kopf
Dadurch provozieren wir häufig unnötiges Springen, Drehen und Abbremsen.
Wir halten die Beute deshalb möglichst bodennah.
Hund greift die Schnur
Dann müssen Präsentation und Targeting verbessert werden.
Nicht schneller werden.
Der Griff wird permanent „geprüft“
Ständiges heftiges Zerren produziert nicht automatisch einen besseren Griff.
Wir arbeiten mit kontrollierten Beutebewegungen und beobachten, wie der Hund hält.
Der Hund wird nur hochgefahren
Ein gutes Chasing Game hat Struktur:
Start → Hetzen → Fassen → Halten → Trennen → neuer Start
Nicht:
Chaos → Chaos → Chaos.
Der Hundeführer muss lernen, Beute zu spielen
Das wird häufig unterschätzt.
Chasing Game ist nicht nur Hundeausbildung.
Es ist auch Hundeführerausbildung.
Der Mensch muss lernen:
- das Objekt glaubwürdig zu bewegen,
- vom Hund weg statt in ihn hinein zu arbeiten,
- Geschwindigkeit anzupassen,
- Erfolge richtig zu timen,
- Richtungsänderungen vorzubereiten,
- Beute sicher zu präsentieren,
- Spannung zu erhalten,
- und im richtigen Moment gewinnen zu lassen.
Ein guter Hundeführer beobachtet dabei permanent:
Wird der Hund schneller?
Gibt er auf?
Greift er sauber?
Wird er hektisch?
Weicht er dem Objekt aus?
Kann er halten?
Ist die Aufgabe zu leicht?
Ist sie zu schwer?
Das Chasing Game ist deshalb weit mehr als:
„Ich schwenke einen Ball vor meinem Hund herum.“
Wann wechseln wir ins Hunting Game?
Sobald die Beute für den Hund ausreichend relevant ist und der Hund verstanden hat, dass sich Anstrengung lohnt, können wir eine zweite große Frage stellen:
Ist der Hund bereit, dieses Objekt auch dann zu suchen, wenn es sich nicht sichtbar bewegt?
Damit verändert sich die Aufgabe fundamental.
Beim Chasing Game erzeugt die Bewegung einen starken Hinweis.
Beim Hunting Game verschwindet dieser Hinweis.
Nun muss der Hund:
- Suchverhalten entwickeln,
- selbstständig Entscheidungen treffen,
- Räume oder Flächen bearbeiten,
- Beharrlichkeit zeigen,
- und ein nicht sichtbares Objekt lokalisieren.
Genau deshalb verdienen Chasing Game und Hunting Game jeweils einen eigenen Trainingsaufbau.
Online-Trainingsplan Chasing Game
Wer den Aufbau praktisch und Schritt für Schritt nachvollziehen möchte, findet die vollständige Progression in unserem Kynotec Online-Trainingsplan Chasing Game.
Im Mittelpunkt steht ein kontrolliertes Spielsystem, bei dem der Hund lernt, Beute beim Hundeführer als hochwertigen Verstärker wahrzunehmen.
Der Trainingsplan behandelt unter anderem:
- Aufbau eines hochwertigen Verstärkers über Beute beim Hundeführer,
- Grundlagen des Chasing Games,
- Motivation über Bewegung und Beute,
- kontrolliertes Verfolgen und Nachsetzen,
- Targeting am Beuteobjekt,
- Entwicklung eines stabilen Griffes,
- gerade Verfolgung,
- einfache und multiple Richtungswechsel,
- klare Spielregeln,
- Trennen und Wiederaufnahme,
- saubere Interaktion zwischen Hund und Hundeführer.
Der Trainingsplan richtet sich insbesondere an:
Hundeführer, Hundetrainer, Diensthundeführer, Spürhundeführer und Hundesportler, die Beute gezielt als Ausbildungselement und Verstärker einsetzen möchten.
→ Online-Trainingsplan Chasing Game
Häufig gestellte Fragen zum Chasing Game
Was ist das Chasing Game?
Das Chasing Game ist ein strukturiertes Beutespiel, bei dem der Hund ein vom Hundeführer bewegtes Objekt verfolgt, gezielt greift und hält.
Welche Beuteobjekte eignen sich?
Je nach Hund beispielsweise Ball an Schnur, KONG an geeigneter Verbindung, Hetzleder oder ein geeignetes Objekt an einer Reizangel. Entscheidend sind Sicherheit, Größe, Griffmöglichkeit und individueller Wert für den Hund.
Warum wird die Beute vom Hund weg bewegt?
Dadurch fördern wir vor allem Verfolgung, Beschleunigung und die Bereitschaft des Hundes, sich selbst für den Zugang zur Beute anzustrengen.
Was mache ich, wenn mein Hund nicht in die Beute greifen möchte?
Nicht automatisch hektischer werden und die Beute nicht in Richtung des Fangs drücken. Häufig ist es sinnvoller, Distanz zu schaffen, die Bewegung zu vereinfachen und das Objekt vom Hund wegzuführen. Schon kleine Ansätze von Fokussieren und Verfolgen können anschließend mit Erfolg beantwortet werden.
Warum soll der Hund nicht in die Schnur greifen?
Wir möchten ein klares Targeting. Der Hund soll den vorgesehenen Beutebereich und nicht technische Bestandteile des Spielsystems greifen.
Warum bleibt das Objekt bodennah?
Damit wir eine schnelle Vorwärtsbewegung fördern und unnötige Sprünge, Überstreckungen und ungünstige Landungen vermeiden.
Muss der Hund immer gewinnen?
Nicht sofort und nicht ohne Anstrengung. Er muss aber regelmäßig Erfolg haben. Die Aufgabe sollte so schwierig sein, dass Engagement erforderlich ist, ohne dass Erfolg unerreichbar wird.
Was ist der Unterschied zum Hunting Game?
Beim Chasing Game ist die Beute sichtbar und bewegt sich. Beim Hunting Game ist das Beuteobjekt verborgen und muss vom Hund selbstständig gesucht und lokalisiert werden.
Mit welchem Game sollte ich beginnen?
Das hängt vom individuellen Hund ab. Bei vielen stark auf bewegte Beute ansprechenden Gebrauchshunden beginnen wir gerne mit Chasing. Bei Hunden mit ausgeprägter Such- und Bringmotivation kann Hunting bereits sehr früh sinnvoll sein.
Ist Chasing Game Fitnesstraining?
Es kann körperlich fordernd sein und Sprint, Richtungswechsel, Griff und Koordination beanspruchen. Es ersetzt jedoch kein systematisch aufgebautes Konditions- und Krafttraining.
Kann ich das Chasing Game als Belohnung einsetzen?
Ja – wenn das Spiel für den jeweiligen Hund tatsächlich verstärkend wirkt. Genau deshalb bauen wir seinen Wert zunächst gezielt auf.
Fazit: Beutemotivation entsteht nicht dadurch, dass wir einen Ball besitzen
Ein gutes Chasing Game sieht von außen möglicherweise einfach aus.
Ein Objekt bewegt sich.
Der Hund verfolgt es.
Er bekommt es.
Doch hinter einem durchdachten Aufbau steckt wesentlich mehr.
Wir trainieren:
Fokus.
Beschleunigung.
Beharrlichkeit.
Targeting.
Griff.
Körperkontrolle.
Interaktion mit dem Hundeführer.
Und vor allem:
Wir bauen einen Verstärker auf, den wir später in vielen anderen Bereichen der Hundeausbildung einsetzen können.
Dabei können wir Motivation nicht erzwingen.
Gerade das Bild des „BSE-verseuchten Hasen“ erinnert uns daran:
Wenn der Hund die Beute noch nicht möchte, müssen wir sie für ihn nicht immer aggressiver präsentieren.
Wir müssen vielmehr die Bedingungen schaffen, unter denen er selbst beginnen möchte, sie zu verfolgen und zu bekommen.
Der Hund soll Beute nicht nur irgendwie interessant finden.
Er soll gelernt haben, dass es sich lohnt, dafür zu arbeiten.
Und gleichzeitig soll er verstehen, dass dieses hochwertige Spiel gemeinsam mit seinem Hundeführer stattfindet.
Genau darin liegt für uns der eigentliche Wert des Chasing Games.
Quellen & weiterführende Literatur
Broseghini et al. (2024): Ethogram of the predatory sequence of dogs (Canis familiaris).
Die Untersuchung beschreibt vier übergeordnete funktionale Phasen des Beuteverhaltens – Search, Approach, Chase und Bite – und dokumentiert Unterschiede zwischen funktionalen Hundegruppen.
Spady & Ostrander (2008): Canine Behavioral Genetics: Pointing Out the Phenotypes and Herding up the Genes.
Überblick über zuchtbedingte und genetisch mitbeeinflusste Verhaltensunterschiede bei spezialisierten Hunderassen.
Lazarowski et al. (2025): Effectiveness of marker training for detection dogs.
Untersuchung zur Verwendung eines Markers in der Ausbildung angehender Detection Dogs; als etablierter Verstärker wurde ein Ball verwendet.
Vicars et al. (2023): Efficacy of Edible and Leisure Reinforcers with Domestic Dogs.
Die Untersuchung verdeutlicht, dass Futter und Freizeit-/Spielreize nicht automatisch dieselbe Verstärkerwirkung besitzen.
Ramos, Farr & Otto (2021): Sports Medicine and Rehabilitation in Working Dogs.
Übersicht zu körperlicher Leistungsfähigkeit, Verletzungsprävention und Fitness von Arbeitshunden.
Farr, Ramos & Otto (2020): The Penn Vet Working Dog Center Fit to Work Program.
Strukturiertes Fitnesskonzept für Arbeitshunde mit Fokus auf Kraft, Stabilität, Mobilität, Propriozeption sowie Warm-up und Cool-down.
🟩 Die wichtigsten Abkürzungen in der Hundeausbildung einfach erklärt



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